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 Geschichte und Schicksal der deutschen Siedlungen an der Wolga  

Historikerin Olga Litzenberger dokumentiert evangelische und katholische Kolonien im Wolgagebiet

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Die Geschichte und das Schicksal der wolgadeutschen Dörfer und Kirchen, die nach der Massendeportation der deutschen Bevölkerung 1941 dem Verfall und der Vergessenheit preisgegeben wurden, dokumentiert die Historikerin Dr. Olga Litzenberger in ihren Büchern „Deutsche evangelische Siedlungen an der Wolga“ (2013) und „Deutsche katholische Siedlungen an der Wolga“ (2018). Beide Publikationen sind im Historischen Forschungsverein der Deutschen aus Russland e. V. (Vorsitzender: Michael Wanner) erschienen, der in den 20 Jahren seines Bestehens 20 Bücher zur russlanddeutschen und deutsch-russischen Zeitgeschichte sowie 20 themenbezogene Wandbildkalender herausgegeben hat. Dazu zählen auch die Bücher von Olga Litzenberger.

Die 1971 in Saratow, Wolga, geborene Russlanddeutsche studierte Geschichte an der Universität ihrer Heimatstadt und beschäftigt sich seit 1993 mit der Geschichte der Deutschen in Russland. 1995 bis 1997 studierte sie zusätzlich an der Philosophischen Fakultät der Kölner Universität und promovierte mit der Dissertation „Die Evangelisch-lutherische Kirche und der Sowjetstaat (1917-1938)“. 2005 habilitierte sie mit dem Thema „Die Römisch-katholische Kirche in Russland: eine vergleichende Analyse der Wechselbeziehungen zu Staat und Gesellschaft (vom 18. bis Anfang des 20. Jahrhunderts)“. Sie ist Autorin mehrerer grundlegender Monografien zu deutschen Kirchen in Russland und der Sowjetunion. Außerdem hat sie etwa 300 wissenschaftliche Veröffentlichungen, die in Russland, Deutschland, Italien, Finnland, den USA und anderen Ländern erschienen sind. Derzeit lebt Olga Litzenberger in Regenstauf in der Nähe von Regensburg.

Ihre umfangreichen Publikationen „Deutsche evangelische Siedlungen an der Wolga“ und „Deutsche katholische Siedlungen an der Wolga“ (jeweils 700 Seiten DIN A4, Preis pro Buch 30 Euro) widmen sich einem heute nicht mehr existierenden Phänomen. Dennoch haben die deutschen Kolonien an der Wolga tiefe Spuren in der Geschichte Russlands des 19. und 20. Jahrhunderts hinterlassen; diesen Spuren geht die Historikerin nach. In deutscher Sprache konnten beide Dokumentationen dank den Übersetzungen mehrerer Landsleute erscheinen.

Die Publikationen vermitteln einen aufschlussreichen Einblick in die traditionsreiche Geschichte der wolgadeutschen Kolonien und dokumentieren auch den heutigen Zustand der Orte. 95 evangelische Siedlungen stellt Olga Litzenberger in ihrem ersten Buch vor (insgesamt gab es über 100 evangelische Kolonien im Wolgagebiet). Im zweiten Buch sind 45 katholische Wolgakolonien und vier Städte (Astrachan, Zarizyn, Samara, Saratow) vertreten, die zum römisch-katholischen Bistum Tiraspol gehörten.

Geforscht hat die Historikerin in Archiven des Gebietes Saratow, im Staatsarchiv des Gebietes Saratow und im Staatlichen Archiv der Wolgadeutschen in Engels. In den Artikeln zur jeweiligen Siedlung stellt sie alle Lebensbereiche der Wolgadeutschen vor. Neben der Beschreibung der Entstehung und Entwicklung der Siedlungen (geografische Lage, Verwaltungszugehörigkeit, Einwohnerzahl, Architektur und heutiger Zustand, bekannte Persönlichkeiten und ihre Lebensgeschichten) gibt es vielfältige Einblicke in das alltägliche Leben der wolgadeutschen Kolonisten.

Vor allem aber wird die Verbundenheit der Kolonisten mit dem Glauben ihrer Vorfahren thematisiert; der Glaube und das Kirchenleben spielten eine große Rolle in den deutschen Kolonien. Die deutschen Siedler brachten im 18. Jahrhundert ihren evangelisch-lutherischen oder katholischen Glauben mit und bauten eigene Gotteshäuser in Russland. Von dieser Vergangenheit zeugen heute noch Kirchenbauten in lutherischer und katholischer Tradition.

Nachdem die Wolgadeutschen 1941 aus ihren angestammten Siedlungen vertrieben worden waren, verfielen die meisten der Kirchenbauten, oder sie stehen einsam und verlassen dort, wo früher deutsche Dörfer waren, heute aber nur noch Ödland ist. Einige werden heute mit privatem Engagement zu Kulturzentren umgebaut.

In jedem Artikel werden die Geschichte der kirchlichen Gemeinde und des Kirchspiels bzw. der Pfarrei sowie die architektonischen Besonderheiten der Kirchen und die Gestaltung des Schulunterrichts dargestellt, ergänzt durch ein Verzeichnis der Pastoren oder Priester – einige sind mit ausführlichen Biografien vertreten. Des Weiteren sind zu jeder Siedlung Archivquellen und Beschreibungen interessanter Archivdokumente aufgeführt, welche die Vorstellungen vom Alltag in den wolgadeutschen Kolonien erheblich erweitern.

Für Familienforscher dürften die zum Schluss aufgeführten Registerbücher (vor allem im katholischen Teil) interessant sein; zu vielen wolgadeutschen Siedlungen gibt es Revisionslisten von 1816, 1834 und 1858. Auch die jeweiligen Archivquellen, ein Glossar und eine Liste der verwendeten Literatur könnten hilfreich sein.

Beide Publikationen sind reich illustriert: historische Archivfotos (Kirchen und wichtige Gebäude) und Aufnahmen aus jüngster Zeit (Kirchenruinen, zerstörte Friedhöfe, erhalten gebliebene Wohnhäuser), Zeichnungen und Bilder von russlanddeutschen und russischen Künstlern zur Geschichte der Wolgadeutschen, Dokumente aus Privatarchiven (Zeugnisse, Konfirmationsscheine, Ehezeugnisse), Dorfpläne, Kirchenbaupläne und vieles mehr entwerfen ein reichhaltiges Bild des einstigen deutschen Lebens an der Wolga.

Nina Paulsen



 HFDR-Kalender 2019 

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Liebe Landsleute
und Freunde unseres Vereins,

unser Historischer Forschungsverein der Deutschen aus Russland stellt zum Jahresende zum 20. Mal seinen einzigartigen Wandbildkalender vor. Mit dem Bericht von Prof. Dr. Tamara Wolkowa aus Almaty über den Versuch deutsche nationale Rayons in Kasachstan zu gründen, schließen wir das Thema Frohe glückliches Weihnachten DNR ab und berichten über Kollektivierung, Zwangsenteignung, Trudarmee und Deportation der Russlanddeutschen hinter Ural. Über die Schreckenstage von Sagradowka, einem Mennonitendorf in Saporoschje, das am stärksten unter Banden von Nestor Macho leiden mussten, berichtet unser aktives Mitglied Reinhard Uhlmann. Wir sind ihm auch sehr dankbar für die langjährige Gestaltung unseres Kalenders. Den Kampf um die Ausreise in die „Alte Heimat” in den 70-80 Jahren des 20. Jh. und über dessen Folgen berichtet Zeitzeuge und Kämpfer der Ausreisebewegung Eduard Deibert, der selbst vom KGB verhaftet und verurteilt wurde.

Traditionell, wie auch in früheren Kalendern, wurden Biographien von verdienten russlanddeutschen Persönlichkeiten dargestellt. Dieses Jahr berichten wir über den Schriftsteller und Dialektforscher Georg Dinges (1891-1932), der auch nach der Verhaftung und Verbannung nach Sibirien weiter an seinen Themen arbeitete. Leider wurden seine Bücher nach seinem Tod verbrannt. Zwei Frauen, Nelly Wecker und Nora Pfeifer, die vielen von der älteren Generation persönlich bekannt waren, oder die ihre Gedichte und Geschichten kannten, hätten 2019 ihr hundertjähriges Jubiläum gefeiert. Leider können wir nur noch unsere Ehre für Ihre guten Taten an sie richten.

Und was hervorzuheben ist, ist dass das Vorwort zu unserem Kalender freundlicherweise der Bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder geschrieben hatte. Herr Söder ist unseren Landsleuten bekannt als Freund und Unterstützer der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, des Hauses der Heimat in Nürnberg, wo unser Verein eingetragen ist. Seine Reden sind immer korrekt und sachlich, solche Männer braucht das Land.


· Restexemplare der Kalender 2000 bis 2018
mit vielen farbigen Bildern und Beiträgen über die Auswanderungsgeschichte der Deutschen aus Russland in die USA, Geschichten der Deutschen an der Wolga, am Schwarzen Meer, in Sibirien und anderen Regionen des Russisches Reiches und der Sowjetunion. Repressalien in den Gebieten der UdSSR, sowie Tipps für die Ahnenforscher und Erfahrungen aus den Forschungsreisen können Sie in unserem Verein erhalten.
4,- €
· „Russland-Deutsche Zeitgeschichte 2002” (453 Seiten) Ausgabe 2002 12,- €
· „Russland-Deutsche Zeitgeschichte 2003” (428 Seiten) Ausgabe 2003 12,- €
· „Russland-Deutsche Zeitgeschichte 2004” (505 Seiten) Ausgabe 2005 12,- €
· „Die deutschen Kolonien an der Wolga” (446 Seiten) Ausgabe 2000 15,- €
· „Die Deutschen in Sibirien” Band 1. (556 Seiten) Ausgabe 2003 15,- €
· „Die Deutschen in Sibirien” Band 2. (536 Seiten) Ausgabe 2003 15,- €
· „Geschichte in Gedichten und Prosa” (430 Seiten) Ausgabe 2017 18,- €
· „Handbuch der Russland-Deutschen” (563 Seiten) Ausgabe 2002 20,- €
· „Gedenkbuch Altai-Omsk” (300 Seiten, A4) Ausgabe 2009 25,- €
· „Gedenkbuch Kasachstan” (530 Seiten, A4), über 200 Fotos. 2014 25,- €
· „Deutsche evangelische Kolonien an der Wolga” (704 Seiten, A4) 2013 30,- €
· „Deutsche katholische Kolonien an der Wolga” (676 Seiten, A4) 2018 30,- €


Unser Kalender ist als Weihnachtsgeschenk (Preis 6,- €)
für Verwandte, Bekannte und Kollegen hervorragend geeignet.

Die Spenden sind für die Gestaltung und die Herausgabe für unsere HFDR-Veröffentlichungen dringend notwendig.
(Bei einen größeren Bestellung ist Mengenrabatt möglich, Versandkosten sind im Preis enthalten)
Mehr über den Kalender 2019 und unseren HFDR-Verein unter www.HFDR.de

Bestellungen bei:
Michael Wanner, Frankenstraße 10, 93128 Regenstauf, wanner.michael@t-online.de, Tel.: 0 94 02 - 39 16
und Dr. Arthur Bechert, Kirchfeldallee 35, 93055 Regensburg, Arthur.Bechert@web.de, Tel. 0941 - 786483